Ansichtskarten als Souvenir

Vor der Industrialisierung waren Reisen noch nicht so üblich, weil es weder Eisenbahn, Flugzeuge und Autos gegeben hat. Es gab schon Postkutschenverbindungen und Seereisen. Reisen ins Ausland waren sehr selten und war praktisch nur der Oberschicht, Missionaren oder Seeleuten vorbehalten. Söhne des Adels machten in jungen Jahren oft eine sogenannte Grand Tour durch Europa. Außerdem wurden damals schon Reisen und Ausflüge gemacht, wie z. B. Wallfahrten in die nähere Umgebung. Die Souvenirs von damals waren Devotionalien, also Kruzifixe, Rosenkränze oder Wallfahrtsmedaillen. Devotionalien als Bilddarstellung gab es als Andachtsbilder.
Da Ansichtskarten oft als eine Art Souvenir, Mitbringsel oder Andenken verwendet werden, sind Devotionalien in gewisser Weise eine Art Vorläufer der Ansichtskarten. Ich habe manche Ansichtskarten in meiner Sammlung, die nicht mit der Post verschickt wurden sondern nur ein Datum oder kurzen Vermerk aufgeschrieben haben und von Personen als Andenken gesammelt wurden. Da damals weniger Leute eine eigenen Fotoapparat hatten, wurden als Erinnerungsfotos stattdessen mehr Ansichtskarten gekauft.
Heute ist die damalige Welt kaum wiederzuerkennen. Es gibt viele Neuerungen, die ganze Gesellschaft und Staatsgebilde haben sich verändert, natürlich auch die Kommunikation und das Reisen. Die einst so verbreitete Ansichtskarte wird auch schon langsam von neueren Bild- und Kommunikationsformen, wie z. B. dem Internet abgelöst.

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